• saltysugar

Lebe!

Haben wir verlernt, dankbar zu sein? Für das, was wir haben und für das, was wir nicht ertragen müssen? Warum wird Demut nur als eine negative Eigenschaft angesehen, wo es doch so manchem nicht schaden würde, öfter etwas weniger selbstgefällig zu sein?

Irgendwie gehen wir automatisch davon aus, dass wir nur Gutes verdient haben.

Wir sind der Überzeugung, das Beste sei gerade gut genug für uns und sind ständig bestrebt, es zu erlangen. Glauben, dass uns ein Mindestmass an Erfolg, eine angemessene Portion Glück und eine gute Gesundheit selbstverständlich zustehen.

Leider lernen wir diese Dinge zu oft erst zu schätzen, wenn sie uns genommen werden.



Wir sind unzufrieden mit unserer Figur, hassen uns selbst für das vermeintliche "Kilo zu viel", weil die Gesellschaft uns glauben macht, nur mit der "richtigen" Konfektionsgrösse wären wir liebenswert. Statt dass wir dankbar sind, genug zu essen zu haben und uns auch morgen keine Gedanken darüber machen zu müssen, satt zu werden.


Wir streben nach Statussymbolen, die unseren Reichtum, Wohlstand und Fleiss beweisen, statt froh zu sein, jede Nacht in einem sauberen Bett an einem sicheren Ort schlafen zu können.


Wir modifizieren unseren Körper, jagen grotesken Schönheitsidealen hinterher und wünschen uns ewige Jugend, statt uns glücklich zu schätzen, dass wir gesund sind und unser Körper genau so funktioniert, wie er soll.


Wie oft wünschen wir uns, reicher, schöner, schlanker und so weiter zu sein? Um was? Leute zu beeindrucken, die uns so wie wir wirklich sind nicht akzeptieren?



Und plötzlich wendet sich das Blatt und wir stehen nicht mehr auf der Sonnenseite des Lebens: Wir verlieren unseren Job, werden (schwer) krank, ein geliebter Mensch ist nicht mehr da. Und dann werden alle diese Selbstverständlichkeiten mit einem Mal zum Einzigen, was wirklich wichtig ist:

Wir wünschen uns die existenzielle Sicherheit zurück, wollen nichts mehr als gesund sein, sehnen uns einen weiteren Augenblick mit der verlorenen Person herbei.


Ein sicheres Zuhause, Gesundheit, liebend und vertraute Menschen sind Privilegien, die wir zu schätzen verlernt haben.

Wir wissen nicht, wie viel Zeit wir auf der Erde haben und was das Leben alles für uns bereit hält. Darum: Geniesse alle guten Momente, sei gut zu dir und deinen Mitmenschen und trage Sorge zu deinem Körper und deiner Seele. Verbanne, was dir schadet und sei glücklich, wann immer du kannst.