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Schlaflos durch die Nacht

Aktualisiert: Jan 20

Gedankenkarussell, innere Unruhe, Alpträume, Sorgen... es gibt viele Gründe, warum wir nicht schlafen können.

In einer Welt, die sich immer schneller zu drehen scheint, in der wir gefühlt ständig erreichbar sein sollten und nichts verpassen dürfen, in der wir scheinbar ständig mehr leisten müssen, um "mithalten" zu können, werden wir immer öfter der Erholung beraubt, die wir für all das so dringend benötigen.

Je mehr wir uns bemühen, entspannt zu sein und gut zu schlafen, desto unmöglicher scheint dies zu werden.


Bestimmt jeder hat schon mal mit dem Schlafen oder besser Nicht-Schlafen zu kämpfen gehabt. Betroffene werden sich hier wahrscheinlich wiedererkennen: 1'000 Dinge drängen sich in unseren Kopf, sobald wir das Licht löschen und uns nichts mehr von unseren eigenen Gedanken ablenkt. Kleine Sorgen werden plötzlich zum Schauplatz lebensverändernder Dramen, all die Ideen, die wir im Alltagstrubel zur Seite schieben mussten, wollen sich entfalten und die ToDo-Liste in unserem Kopf platzt aus allen Nähten. Die geistige Unruhe manifestiert sich körperlich. Das Herz schlägt schneller, wir haben beim Einschlafen das Gefühl zu fallen und schrecken darum hoch, oder die Muskeln zucken beim Versuch, sich zu entspannen.



Nicht schlafen zu können ist zermürbend. Es raubt uns die Energie, die wir im Alltag brauchen, es verringert nachweislich unser Reaktionsvermögen und schränkt unsere Denkfähigkeit ein. Man ist gereizt bis hin zu aggressiv oder traurig und hat das Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Schlafmangel führt zudem häufig dazu, dass wir mehr und ungesünder essen.


Wie kann es sein, dass so etwas Natürliches und Einfaches wie Schlafen immer mehr zu einem Kraftakt wird?


Es gibt unzählige Bücher und Artikel zu diesem Thema. Buchhandlungen und das Internet sind voll davon.

Ich habe einiges an Litaneien zum Thema gelesen und so manchen Ratschlag daraus ausprobiert. Nachfolgend findet ihr eine Auswahl an Tipps, welche mir persönlich am besten helfen:


(Anmerkung: Langanhaltende Schlafstörungen sollten ärztlich untersucht werden)


"478"

4 Sekunden lang durch den Mund einatmen. Dann 7 Sekunden lang die Luft anhalten. Anschliessend 8 Sekunden lang durch die Nase ausatmen und dabei die Zunge gegen den Gaumen drücken. Wiederholen.


"Einpacken"

Man stellt sich so bildlich wie möglich vor, wie man die Gedanken, Sorgen, Ängste etc., die einen beschäftigen, einzeln in Schachteln packt und diese irgendwo verstaut. Man kann diese Übung beliebig nach den eigenen Vorstellungen gestalten (z.B. die "Gedanken" verbrennen, mit einem Hammer kaputt hauen und so weiter).


"Video / DVD"

(Ja, ziemlich Retro aber in diesem Fall bevorzuge ich die Vorstellung eines physischen Datenträgers).

Hängt man in der Dauerschleife eines Gedankenkarusells fest oder sind es Alpträume, die nicht aus dem Kopf verschwinden wollen (diese Methode eignet sich übrigens auch sehr gut bei Flashbacks), kann folgendes helfen: Man stellt sich die "Situation" (die Gedanken-schlaufe, den Alptraum etc.) so vor, als würde man es sich im Fernsehen anschauen. Irgendwann zu einem selbstgewählten Zeitpunkt drückt man auf Stopp. Man stellt sich vor, wie man das Video (oder was auch immer) aus dem Abspielgerät entfernt und anschliessen je nach Belieben wegschliesst, zerstört oder von sich wirft. Was auch immer sich richtig anfühlt.


"Aufschreiben"

Ein Klassiker aber durchaus hilfreich.

Alles aufschreiben, was man im Kopf hat. Ohne Punkt und Komma, ohne darauf zu achten, wie es aussieht. Wild drauf los schreiben, kritzeln oder zeichnen, bis der Kopf leer ist.


"Progressive Muskelentspannung"

Hierbei werden nacheinander die Muskeln für 5 Sekunden angespannt und anschliessend für ebenfalls 5 Sekunden entspannt. Man fängt beispielsweise bei mit den Zehen an (5 Sekunden anspannen, 5 Sekunden entspannen), dann weiter mit den Füssen, Waden, Oberschenkel und so weiter. Durch die abwechselnde An- und Entspannung verbessert sich die Körperwahrnehmung und man kann einen Zustand tiefer, ganzheitlicher Entspannung erreichen. Hierzu findet ihr im Netz zahlreiche detaillierte Anleitungen.


"Autogenes Training"

Dies ist ein Verfahren, bei dem man durch Autosuggestionen den Zustand körperlicher und mentaler Entspannung erreichen kann. Es empfiehlt sich (vor allem für Anfänger) das "Training" mit Audio-Anleitung (CDs, Podcasts, YouTube-Videos) durchzuführen.



Manchmal hilft der beste Tipp nichts. Wenn gar nichts mehr geht, bringt es auch nichts, sich zwanghaft im Bett hin und her zu wälzen. Lieber aufstehen und die "zusätzliche" Zeit für etwas persönlich sinnvolles nutzen.


Extra-Tipp: Was mir nach einer Nacht mit wenig Schlaf hilft, einigermassen in die Gänge zu kommen, ist neben Kaffee der Koffein-Kakao von koawach. Eine Tasse mit 2 gehäuften TL Pulver macht nach etwa 30 Minuten angenehm und nachhaltig wach.

©2019 by saltysugar

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